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Beobachtung: Venus-Durchgänge

Venus-Transit am 6.6.2012

Zu Sonnenaufgang war die Venus bereits vor der Sonne. Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne ließen bei den Teilnehmern der Astro-AG und der Vorlesung "Einführung in die Astrophysik" von Jutta Kunz-Drolshagen und Björn Poppe und einigen Gästen Hoffnung aufkommen, zumindest Teile des Transits beobachten zu können. Jedoch waren entweder dickere Wolken vor der Sonne oder aber die Sonne schimmerte nur sehr verwaschen durch die Bewölkung, daß nicht einmal der Sonnenrand halbwegs scharf zu erkennen war. Alle Hoffnung, die zwischendurch immer wieder aufflammte, wurde durch neue Eintrübungen schnell wieder zerstört. Dieses Mal blieb der Venustransit auf der Astro-Kuppel der Uni Oldenburg leider unbeobachtbar.

Mehr Glück hatten zwei Teilnehmer der Astro-AG, der von zuhause aus beobachten mußten. In Wildenloh konnten Venus und Sonne eine Minute lang beobachtet werden, in Goldenstedt (ca. um 5.45 Uhr) immerhin vier bis fünf Minuten.

Venus-Transit am 8.6.2004

[Zu den Bildern]

Der Venus-Durchgang begann in Oldenburg hinter dichtem Hochnebel, der nur sehr selten soviel von der Sonne freigab, daß wir sie durch die mit Filter ausgestatteten Geräte beobachten konnten. So blieb der erste Kontakt (die erste Berührung von Venus und Sonnenrand) um 7 Uhr 19 unbeobachtbar, aber einige Minuten später erhaschten wir ein paar Blicke auf die Venus, die gerade über den Sonnenrand trat. Auch der zweite Kontakt (das Ablösen der Venus vom Sonnenrand) um 7 Uhr 39 und das erwartete kurze Tröpfchenphänomen blieben hinter dem Nebel verborgen. Es folgten immer einmal wieder kurze Momente, wo die Sonne durchkam. Blickte man zur eingenebelten Sonne, konnte man mit bloßem Auge die Venus als dunklen Punkt sehen, bevor die Wolken sie wieder einhüllten. Geduldiges Warten war gefordert. Zwischen 9 und 10 Uhr setzte sich die Sonne durch. Danach war das Ereignis fast durchgängig beobachtbar.

Kurz nach 13 Uhr haben wir versucht, das Tröpfchen-Phänomen (die Venus soll wie ein Wassertropfen am Sonnenrand kleben kurz bevor sie den Sonnenrand von innen berührt, siehe Bild) zu sehen. Die Venus schob sich auf den Sonnenrand zu, wodurch der Spalt zwischen Planet und Sonnenrand immer dünner wurde und ab und zu aufgrund der Luftunruhe verschwand und danach gleich wieder kam. Doch dann berührte die Venus bereits den Rand, ohne daß dieses Phänomen wirklich zu sehen war. Stattdessen war nur noch eine runde Einbuchtung zu sehen, die immer kleiner wurde, bis sie schließlich ganz verschwand.

Neben der Beobachtung im Teleskop haben wir versucht, Fotos zu machen und einen Zeitraffer-Film vom Verlauf zu erstellen. Für die zahlreichen wartenden Besucher (die Schlangen endeten zeitweise in der obersten Zwischenetage im Treppenhaus) haben wir mit Ferngläsern das Sonnenbild auf eine weiße Fläche projiziert. Wir möchten uns bei Euch für das rege Interesse und Eure Geduld bedanken und hoffen, daß Ihr einen interessanten Eindruck mit nach Hause nehmen konntet.

In der kommenden Zeit werden wir an dieser Stelle Bilder aushängen, die wir selbst gemacht oder von Beobachtern auf der Astro-Kuppel bekommen haben. Wir interessieren uns auch für Deine Bilder, wenn Du oben welche gemacht hast. Bitte melde Dich bei uns, E-Mail: astro-ag at uni minus oldenburg punkt de.

Wer die Venus gerne wiedersehen möchte, hat ab Ende Juni / Anfang Juli Gelegenheit dazu. Dann wird man sie kurz vor Sonnenaufgang am Morgenhimmel sehen. Sie geht dann immer früher auf und wird Mitte Juli als "Morgenstern" ihre größte Helligkeit erreichen. Im Teleskop erscheint sie als schmale Sichel.